Meine Garmin Watch Faces

Für einige Smartwatches der Firma Garmin ist es möglich ein eigenes ‘Watch Face’ zu erstellen. Dabei handelt es sich um ein – im klassischen Sinne – Ziffernblatt. Das heißt, es ist möglich ein völlig eigenes Ziffernblatt zu programmieren und anschließend auf die Smartwatch zu laden.

Connect-IQ

Sieht man im Internet auf der Garmin Seite Connect-IQ nach, finden sich bereits Tausende von Watch Faces, die man einfach auf seine Garmin Smartwatch laden kann. Normalerweise macht man das aber über ‘Garmin Connect’, das ist die zu jeder Garmin Smart Watch gehörende App. Dort gibt es einen Menüpunkt, mit dem man ein Watch Face komfortabel auswählen und auf der Smartwatch installieren kann. Auf der Smartwatch selbst kann man mehrere, schon installierte Watch Faces über den Menüpunkt ‘Displaydesign’ auswählen und aktivieren.

Eine Zeit lang macht es richtig Spaß die verschiedenen Watch Faces auszuprobieren. Es gibt so viele Verschiedene! Teilweise sind die nicht nur unterschiedlich gestaltet, sondern haben völlig neue und interessante Funktionen. Es gibt zum Beispiel eine, die eine miniaturisierte Weltkarte darstellt und darauf den Sonnenverlauf zeigt. Oder eine, die eine grafische Balkendarstellung der Herzfrequenzzonen zeigt. Und selbstverständlich kann man zwischen unzähligen Analog- und Digital-Watchfaces auswählen.

Wer gerne etwas Persönlicheres haben möchte, kann sich mit Hilfe der ‘Garmin Face It’-App aus einem mit dem Smartphone aufgenommenen Foto ein individuelles Watch Face machen!

Eigene Watch Faces

Wem das alles nicht genügt und etwas programmieren kann, der kann einfach sein eigenes Watchface programmieren. Über die Weihnachtszeit bekam ich Mega-Lust mir mein ganz eigenes Watchface zu erstellen. Selbstverständlich dachte ich, dass meines das Beste sein wird und in der Connect-IQ Liste mit den beliebtesten Watch Faces nach kurzer Zeit ganz oben erscheinen wird!

Mit 240×240 Pixeln haben die Garmin Smartwatches nicht ganz so viele Pixel wie die schärfsten Konkurrenten wie zum Beispiel die Samsung Galaxy Watch mit 360×360 Pixeln oder der Apple Watch 4 mit 312 x 390 (40 mm Display) bis zu 384 x 480 (44 mm Display) Pixeln. Aber aus einem normalen Abstand von ca. 30 cm ist das kaum zu erkennen. Und Garmins transreflektives Chroma Display bleibt halt dauerhaft sichtbar.

Trotz der geringeren Auflösung ist es möglich, nahezu jede denkbare Idee als grafische Darstellung auf dem Display zu realisieren. Mein Grundidee war es, die für mich am Tag am häufigsten aufgerufenen Werte jederzeit, und in einer angenehmen Größe sichtbar, anzuzeigen.

Daraus ergab sich eine Viertelung des Anzeigekreises mit einem fetten Streifen in der Mitte, der zur Anzeige der Zeit dient.

Ein guter Startpunkt für Entwickler ist der Programmer’s Guide von Garmins Seiten für Entwickler. Entwickelt wird am besten mit Eclipse. Von Garmin gibt es dazu ein passendes SDK und programmiert wird in Monkey C. 🙂

Tipps

Theoretisch kann man alles in Monkey-C programmieren. Aber für bestimmte Darstellungen ist das ziemlich aufwendig. Wer sich mit einem Vektor Zeichenprogramm wie Corel Draw oder Inkscape auskennt, der kann statische Anteile des Watchfaces damit zeichnen, als PNG exportieren und anschließend einfach auf dem Display anzeigen!

Mit Inkscape habe ich auch die Icons gezeichnet und exportiert.

Mit BMFont kann man aus Truetype-Zeichensätzen passende Bitmap-Zeichensätze für die Watch Face Programmierung erzeugen. Hier ist ein nettes Tutorial dazu.

Bemerkenswertes

Man kann nicht nur Watch Faces programmieren. Sondern richtige kleine Anwendungen. Die nennen sich dann Widgets oder Device Apps. Aber soweit wollte ich nicht einsteigen. Ich habe genug anderes zu tun. Es gibt aber eine Sache, die meiner Meinung nach noch unbedingt erwähnenswert ist. Dies ist die Aktualisierungsrate des Displays, sie wirkt sich nämlich wirklich entscheidend auf den Stromverbrauch aus.

Mehr oder weniger zufällig hatte ich beim Ausprobieren von Watch Faces immer welche gewählt, die aufwendige Funktionen besaßen oder zumindest eine sekündliche Aktualisierung hatten. Das führte dazu, dass ich die Smartwatch spätestens alle 4 bis 5 Tage aufladen musste. Mein eigenes Watch Face (und natürlich viele andere auch) unterstützt keine sekündliche Aktualisierung und läuft darum wesentlich länger. Ich habe es nicht genau gemessen, aber manchmal scheinen über den Tag nur knapp 10 % Energie verbraucht werden!

Meine Watch Faces!

Quadrant

Ein Anwender meines Quadrant-Watch Faces fand es gut, wollte aber eine dunklere Darstellung. Darum entwickelte ich noch eine ähnliche Designvariante mit deutlich dunkleren Farben und nannte sie Quadrant Dark.

Quadrant Dark

Leider haben es meine Watch faces bis jetzt nur ins Mittelfeld der beliebtesten Watch Faces geschafft. Aber sie werden verwendet und das macht mich ein ganz kleines bisschen stolz! 🙂

Tolle Fernseher, total sinnlos

Im nachfolgenden Text geht es im wesentlichen um die Frage wieviel Pixel braucht der Mensch? Weitere technische Details, wie zum Beispiel HDR, werden nicht betrachtet.

Bei uns zu Hause wird kaum fern gesehen. Wir haben kein Netflix, kein Amazon Prime und kein Kabelfernsehen. Die meisten Sender, die wir über unsere Satellitenantenne ins Haus bekommen, haben eine schier unterirdische Bildqualität! Klar, vergleicht man sie mit der ungefähren Auflösung von im Fernehen gesendeten Filmen aus den 70iger Jahren, sehen sie natürlich besser aus. Wir setzen uns aber gerne ab und zu am Wochenende zusammen hin und sehen uns eine DVD oder Bluray an.

Unser Fernseher ist bald 10 Jahre alt, kann Full-HD (1920 x 1080 Pixel), hat eine Bildschirmdiagonale von 55 Zoll und hoffentlich keine Abhöreinrichtung eingebaut, wie es vermutlich bei vielen aktuellen Fernsehern der Fall ist, die eine Sprachsteuerung wie Alexa oder eine Wifi-Anbindung besitzen. Mit 4K und 8K gibt es mittlerweile Fernseher, die eine 4-fache und sogar 16-fache Bildschirmauflösung im Vergleich zu unserem Fernseher besitzen. Mit HDR gibt es auch unabhängig von der Bildschirmauflösung ein neues Feature, welches den Bildeindruck massiv beeinflussen kann. Sollte ich uns einen neuen Fernseher kaufen?

Normalerweise kaufe ich die technologisch zum Zeitpunkt des Kaufes am besten entwickelten Produkte. Wie wäre es mit den folgenden zwei:

Samsung GQ85Q900RGLXZG 214 cm (85 Zoll) QLED Fernseher (8K, Smart TV)

7.680 x 4.320 Pixel

LG 86UH5C-B 218 cm (86 Zoll) Fernseher (Ultra HD, webOS 3.0, Smart TV)

3840 x 2160 Pixel

Beide Fernseher haben gewaltige Abmessungen. Mit Bildschirmdiagonalen von über 2 m wird es schon schwierig, ein passendes Plätzchen im Wohnzimmer zu finden. Aber es geht ja auch um das Bild. Bedeutet eine 4-fach und 16-fache Bildauflösung auch einen 4-fachen oder 16-fachen Genuss beim Ansehen eines Filmes?

Was wäre der perfekte Sehgenuss?

Das kommt natürlich darauf an, was ‘Genuss’ für einen persönlich bedeutet. Aber sicher wird das Seherlebnis nicht 4 oder 16 mal toller sein. Als ich mit dem Film Avatar im Jahre 2010 das erste Mal das Potential von Blurays richtig realisierte, war das für mich persönlich sehr beeindruckend. Bis dahin hatte ich Filme nur in DVD-Qualität konsumiert. Auf Avatar wurde ich durch ein Kultur Spiegel Titelbild aufmerksam. Eine blaue Neytiri leuchtete da vom Blatt und sprach zusammen mit dem Titel mein Science-Fiction Herz an. Gleich nach dem Lesen lud ich den Trailer von Avatar auf meinen Rechner. Mit einem meiner ersten Full-HD Monitore sah ich mir ihn an und war hin und weg! Niemals zuvor hatte ich einen Spielfilm mit so einem herrlichen Bild gesehen. Gestochen scharf und leuchtend brannte er sich in mein Gehirn und glimmt bis heute nach! Zusammen mit meiner Frau sah ich Avatar im Kino, kaufte ihn mir später als Bluray und sammele diese seither.

Dass mich Avatar auf dem Computer so sehr geflasht hat, liegt an mehreren Dingen:

  • Die Bluray ist 5 mal schärfer als eine DVD!
  • James Cameron nutzte die mögliche Auflösung einer Bluray auch tatsächlich aus.
  • Avatar ist eine wunderbare Fantasy- SF Geschichte.
  • Es gibt viele phantastische Szenen, die mit leuchtenden Farben den Fernseher oder Monitor ausreizen.

Lange Rede kurzer Sinn: Der Umstieg von DVD auf Bluray bescherte mir ein wesentlich verbessertes Seherlebnis! Dies war mir als Filmliebhaber auch die Investion von einer, für mich, beträchtlichen Summe Geld wert und führte, unter anderem, zu dem oben genannten Fernseher. In der Folgezeit konnte ich es kaum erwarten, bis die erste Bluray von Avatar erschien:

Werde ich mit einem neuen Fernseher noch einmal eine solche Verbesserung erleben können? Vermutlich nicht und im folgenden möchte ich aufzeigen, warum das so ist.

Einflussfaktoren

Schärfeempfinden

Full-HD, 4K oder 8K bezeichnet eine Menge von Pixeln in einer rechteckigen Fläche. Je nach der Länge der Bildschirmdiagonalen sind diese Pixel unterschiedlich groß. Das Betrachten eines Filmes ist um so schöner, um so weniger man diese Pixel optisch erkennen kann. Damit diese der Fall ist, muss man einen bestimmten Mindestabstand einhalten. Natürlich spielt auch das individuelle Schärfesehen dabei eine Rolle.

Betrachtungsabstand

Ein anderer, das Seherlebnis beeinflussender, Faktor sind die vertikalen und horizontalen Winkelbereiche, den die Ränder des zu betrachtenden Bildes in Verbindung mit dem Betrachtungsabstand zum Auge hin bilden. Also wie weit muss man nach oben, unten, links und rechts sehen, um innerhalb der gezeigten Szene das gerade gewünschte Detail scharf sehen zu können? Ist häufiges seitliches Drehen des Kopfes erforderlich, machen ständige Bewegungen der Pupille müde oder erzeugen sie womöglich sogar Kopfschmerzen?

Konkrete Werte ermitteln

Sichtfeld

Wie könnte man das Sichtfeld ermitteln? Da viel mir der letzte Kinobesuch ein. Wir waren als Familie in ‘Alita: Battle Angel’ und hatten vorab für die 4. Reihe reserviert. Kein schlechter Platz, ich mag es, wenn man möglichst in das Geschehen eintauchen kann, ohne das man dabei zu sehr den Kopf in den Nacken legen muss, wie in der ersten oder zweiten Reihe. Unser Kino zeigt bei der Reservierung im Internet eine komplette Platzübersicht incl. einer Darstellung der Leinwand im Browser. Dies ermöglicht den Einsatz von MB-Ruler, einer Art Bildschirm-Geodreieck. Mit dessen Hilfe war es mir möglich, den Bildwinkel für die 4. und 5. Reihe auf etwa 70 Grad festzulegen.

Betrachtungsabstand

Mit diesem ersten konkreten Wert geht es an die Ermittlung des Betrachtungsabstands in dem Raum, in dem der Fernseher stehen soll. Bei uns ist dass das Wohnzimmer, wie vermutlich bei den meisten anderen auch. Da wir oft zu viert einen Film ansehen, ist es nicht möglich, dass ein Einzelner in einem Meter Abstand vom Fernseher sitzen kann. Üblicherweise trinken und knabbern wir auch etwas beim Film genießen. Was Ablagemöglichkeiten für Getränke und Knabbersachen erfordert. Sprich: Ein Tisch befindet sich zwischen uns und dem Fernseher. Ich habe nachgemessen: Zur Zeit ist der Fernseher zwischen 2.5 und 3 Metern von uns entfernt!

Bildschirmbreite

Die Bildschirmbreite können wir direkt aus Betrachtungsabstand und Sichtfeld berechnen. Wenn wir die Kanten unseres Sichtfeldes bis zu einer gedachten Ebene am Ende des Betrachtungsabstandes verlängern, erhalten wir ein Dreieck. Teilen wir dieses in der Mitte auf, haben wir zwei rechtwinklige Dreiecke, deren Größen sich mit Hilfe der Winkelfunktionen berechnen lassen. Für die uns zur Verfügung stehenden Größen gibt es folgende Formel:

tan α = a/b

α = Halber Sichtwinkel

a = Halbe Bildschirmbreite

b = Betrachtungsabstand

Um a auszurechnen müssen wir die Formel umstellen:

a = tan α * b

a = tan (70 Grad/2) * 2.75 m

a = 1.93 m

Den Wert 1.93 m müssen wir mit 2 multiplizieren, damit wir auf die tatsächliche Bildschirmbreite kommen: 3.85 m !

Um daraus jetzt noch eine der üblichen Bildschirmdiagonalen zu machen, muss die passende Höhe berechnet werden. Die ergibt sich aus dem Seitenverhältnis. Bei Full-HD, 4K oder 8K ist das immer  16/9. Also:

h = 9 * 3.85 m/16

H = 2.17 m

Mit Hilfe des Satz vom Pythagoras lässt sich daraus jetzt die Diagonale berechnen:

d = sqrt (3.85 m ^ 2 + 2.17 m ^2)

d = 4.42 m

Und in Zoll:

d = 442 cm / 2.54

d = 174 Zoll !

Geschafft! Wir benötigen für unser gewünschtes Sichtfeld einen Fernseher mit einer Bildschirmdiagonalen von 174 Zoll!

Noch einmal alles zusammen:

Für mein gewünschtes Seherlebnis benötige ich ein Sichtfeld von 70 Grad, einen Betrachtungsabstand von nicht ganz 3 Metern und einen Fernseher mit ungefähr 174 Zoll Bildschirmdiagonale! Das ist ein ganz schöner Brummer und schwerlich bei uns im Wohnzimmer aufzustellen!

Kurze Recherche bei Amazon ergibt noch dazu dass es einen so breiten Fernseher gar nicht gibt!

Bildschirmauflösung

Wir sind aber immer noch nicht am Ende unserer Betrachtung. Jetzt gilt es noch die nötige Bildschirmauflösung zu bestimmen! Als Basis dient uns das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges. Dies liegt je nach genetischer Veranlagung, laut Wikipedia, bei ungefähr 0.4 bis 2 Winkelminuten. Kleiner bedeutet man kann schärfer sehen. Mit diesem Wert können wir die Größe eines einzelnen Pixels für eine bestimmte Entfernung berechnen. Dazu dient die gleiche Formel wie zur Bestimmung des Betrachtungsabstandes:

a = tan α * b

a = tan (1 Winkelminute/2) * 2.75 m

a = tan (0.016/2) * 2.75 m

a = 0.000384 m oder 0.384 mm

Ungefähr 1 Drittel Millimeter!

Um daraus die waagrechte Pixelanzahl zu bestimmen, muss man die Bildschirmbreite durch den ermittelten Wert teilen:

4.42 m / 0.384 mm

Sind 11510 Pixel waagrecht. Daraus die Pixel für die Höhe:

(11510 Pixel /16)*9

Sind 6475 Pixel!

Was bedeutet dass? Für mich bedeutet es, dass selbst 8K, also 7.680 x 4.320 Pixel, für ein phantastisches Seherlebnis noch zu wenig ist! 🙂 Mit ein wenig Kompromissbereitschaft und einem etwas geringeren Sichtwinkel komme ich aber mit 8K schon an meine Idealvorstellung heran!

Ich habe bewusst einen sehr großen Sichtwinkel gewählt. Wählt man einen kleineren Sichtwinkel – und das machen viele – benötigt man wesentlich weniger Auflösung.

Die Probleme

  • Woher bekomme ich einen solch großen Fernseher?
  • Wie bezahle ich einen solchen Fernseher?
  • Wo stelle ich ihn im Wohnzimmer auf?
  • Und was ist jetzt mit dem tollen Samsung LG 86UH5C-B?

Der Samsung ist nur ein Viertel so groß wie mein Wunschfernseher, hat aber 8K. Stelle ich ihn in knapp 3 Meter Abstand von mir auf, hat er viel zu viele Pixel! Mein Auge hat nichts davon, es kann sie sowieso nicht unterscheiden. Er bringt mir nichts! 4K würde mir bei der Entfernung vermutlich reichen. Mit dem LG 86UH5C-B würde ich für weniger Geld das gleiche Seherlebnis bekommen. Ihr könnt es jetzt ja nachrechnen.

Nachdem wir nun einige Anhaltspunkte für die Bestimmung der idealen Technik haben, kommen wir zu einem anderen, meiner Meinung nach entscheidenden Faktor:

Die Inhalte

Wie anfangs schon geschrieben, sehe ich mir am liebsten Filme auf dem Fernseher an. Seit knapp 10 Jahren sammele ich Blurays und habe mittlerweile einige 100 auf unserem Fernseher gesehen. Ich sehe neue Filme wie ‘Wonder Woman’, ‘Ready Player One’ oder die ‘Avengers’ und ich sehe alte Filme wie ‘Casablanca’, ‘Der unsichtbare Dritte’, ‘Gottes Werk & Teufels Beitrag’ oder die ‘Friends’-Serie.

Während die neueren und da vor allem die gerenderten Filme, die Auflösung einer Bluray oft schon nahezu ausnutzen, sind viele ältere Filme, selbst wenn sie neu abgetastet sind, noch nicht soweit. Wobei es Ausnahmen, wie zum Beispiel ‘Der unsichtbare Dritte’, gibt.

Wer sich vor dem Kauf einer Bluray über die Bildqualität informieren will, sei auf die Seite BLURAY-DISC.DE verwiesen.

Neue Filme lassen sich durchaus in 4K herstellen. Alte Filme kann man digital abtasten und anschließend aus dem so erhaltenen digitalen Material das Beste heraus holen. Da kommt es sehr auf das damals verwendete, chemische Filmmaterial an. Konnte das überhaupt die einzelnen Filmbilder in einer ausreichenden Auflösung speichern? Wurde mit einer ausreichend scharfen Kamera gefilmt? Ist das Material noch erhalten? Lässt es sich irgendwie restaurieren?

Manchmal ist es möglich einen alten Film so in eine Bluray umzuwandeln, dass er die Möglichkeiten einer Bluray ausreizt. Es ist aber, meiner Meinung nach, sehr selten.

Zur Zeit gibt es einige wenige Blurays, auf denen 4K-Filme gespeichert sind. Es sind aber so wenige und zum Teil auch uninteressante Filme, dass es sich überhaupt nicht lohnt, darum einen 4K-Fernseher zu kaufen!

Von 8K Filmen fange ich jetzt gar nicht erst an.

Die Hersteller wissen natürlich auch von diesen ganzen Problemen und versprechen einem, dass die Fernseher per ‘künstlicher Intelligenz’ die gering auflösenden Bilder in die native Auflösung konvertieren können. Ich habe das noch nicht ausprobiert und werde beim nächsten Besuch von Saturn-Hansa oder Media-Markt eine DVD mitnehmen und sie mir von einem Verkäufer vorführen lassen.

Fazit

Zumindest einmal bis dahin, denke ich, bin ich mit meinem alten Full-HD Fernseher immer noch gut aufgehoben. 🙂 Sobald es über 50% 4K-Filme gibt und ich mich mit meiner Frau über eine Wand im Wohnzimmer geeinigt habe, kaufe ich mir einen neuen Fernseher.

Hier noch eine interessante Seite zur Bestimmung der eigenen Sehschärfe

 

 

Mobiler Lötkolben TS80

Autark sein

Als Durchschnittsmensch lebe ich in einem Haus, welches ganz normal an die modernen Errungenschaften dieses Staates angeschlossen ist. Also an Wasser wie auch Abwasser, Telefon bzw. Internet und an den üblichen Haushaltsstrom. Letzterer ist ganz selbstverständlich vorhanden und ich merke seine Anwesenheit bewusst eigentlich nur beim gelegentlichen Blick auf die Stromrechnung. Aber immer, wenn ich mich wieder einmal einem Endzeitfilm hingegeben haben (Mad Max und Waterworld lassen grüßen) überfällt mich der Gedanke, was wäre, wenn es einmal einen Stromausfall gäbe? Was würde dann in unserem Haus noch funktionieren? Da wir leider bis jetzt noch keine Solaranlage haben, wäre das vermutlich nicht mehr viel. Aber nehmen wir einmal an, ich hätte einen kleinen 100 Watt Solarkollektor irgendwo auf einem Dach oder einer Wand montiert und mit einem Akku und einem Wechselrichter verbunden. Was ginge dann noch?

Herd, Waschmaschine und Fön werden sich unter solchen Bedingungen nicht so einfach verwenden lassen. Im Winter müsste wenigstens die Ölheizung noch laufen. Aber die hat auch elektrische bzw. elektronische Bestandteile, die konstant mit Strom versorgt werden müssen. Auch ob mein Desktop-Computer samt Monitor dann noch sinnvoll zu verwenden ist, ist fraglich. Aber der eine oder andere Ultrabook oder mein GPD Pocket sollten dann doch noch zu verwenden sein. Was ist mit der Beleuchtung abends? Über längere Zeit gesehen, müssten dann wenigstens die Akkus der Taschenlampen aufgeladen werden.

Da ich viele Geräte besitze, die sich theoretisch alle irgendwie mit 5 Volt von einem USB-Anschluss versorgen lassen, sollte da doch einiges gehen. Notfalls baue ich mir irgendetwas zusammen, ein paar DC-DC Wandler und Kabel liegen hier herum und ich muss sie nur irgendwie verbinden. Einfach zusammen löten. Stopp! Löten? Aber mit was?

Mobile Lötkolben

Mein Lötkolben von der Firma Ersa ist ziemlich alt, benötigt 35 Watt und einen 220 Volt Anschluss zum Betrieb. Wenn der Hausstrom ausgefallen ist und ich erst etwas Basteln muss, um überhaupt Strom zu bekommen, wird das leider nicht funktionieren. Mit einem hier herum liegenden Solarpanel könnte ich versuchen eine Powerbank aufzuladen, aber die liefert nur 5 Volt und maximal 10 Watt. Das reicht nicht.

Derart Überlegungen brachten mich dazu im Internet nach einem mobilen Lötkolben zu suchen. In einem ersten Schritt führte dies zu Gaslötkolben, von denen ich zwar irgendwann schon einmal etwas gehört hatte, aber die völlig aus meinem Fokus geraten waren:

Konkret zum Beispiel dieser von Dremel:

Eigentlich gar nicht dumm so ein Gaslötkolben, andererseits aber eine zusätzliche Energieform, mit deren Umgang ich mich erst einmal anfreunden muss und der nicht ungefährliche Einsatz von Feuer. Darum suchte ich weiter und entdeckte günstige Batterielötkolben:

Weller BP865CEU

Es gibt sogar welche für nur 8 Euro:

Ich wollte aber auf keinen Fall ein Batterie-Set nach dem anderen beim Löten verheizen. Der Lötkolben sollte wenigstens mit Akkus laufen. Vielleicht funktioniert das sogar mit den eigentlich als Batterielötkolben bezeichneten Geräten. Oft sogar besser als mit Batterien, da die meisten Akkus in der Lage sind einen höheren Strom abzugeben. Da ich aber keinen von diesen Lötkolben zum Testen habe, suchte ich weiter und stieß auf einen, der mit USB laufen sollte:

USB Lötkolben 8W

8 Watt ist aber nicht sonderlich viel und es ist fraglich, ob dieser Lötkolben schnell genug Hitze erzeugen kann, damit ein Lötpad auf eine zum Lötzinn schmelzende Temperatur kommt. Immerhin, es gibt offensichtlich Lötkolben auf USB-Basis! Ich recherchierte weiter und fand den TS100 von der Firma Guangzhou e-Design Intelligent Technology Co., Ltd.

Ein Lötkolben von einer chinesischen Firma und so teuer? Das machte mich neugierig und bei der weiteren Suche nach Informationen fand ich einen bemerkenswerten Eintrag im Taschenlampen-Forum.

Teuer aus China?

Laut der Aussage von ‘The_Driver’ scheint der TS100 nicht nur die Möglichkeit zur Mobilität zu geben, sondern auch im Vergleich zu stationären Lötkolben ein wirklich gutes Gerät zu sein. Leider ist er kein USB-Lötkolben, sondern benötigt mindestens 9 Volt Gleichspannung. Für viele Modellbauer scheint das aber Ok zu sein. Sie verfügen meist über 4S/5S Li-Po Modellbauakkus, mit denen sich der TS100 verbinden und dann problemlos verwenden lässt.

Ich war kurz davor ihn mir, samt einem passenden Akku, zu bestellen. Da viel mir glücklicherweise ein, dass ich dann ja auch noch ein passendes Ladegerät dazu benötige und ich merkte, dass, zu mindestens für mich, der Aufwand für diesen Lötkolben viel zu groß wird. Schade, denn die vielen Vorteile des TS100 hatten mich überzeugt.

Ich wollte das Projekt ‘Mobiler Lötkolben’ schon aufgeben, da tauchte in den Ergebnislisten der Suchmaschinen plötzlich ein TS80 genannter Lötkolben auf.

Dies ist der Nachfolger des TS100. Er hat eine USB-C Buchse und ist, im Gegensatz zum TS100, noch etwas kleiner und aus Aluminium, was ihn in meinen Augen noch interessanter macht. Nachdem ich bisher mit einem uralten Ersa Lötkolben mit 220 Volt Anschluss gearbeitet habe, wirkt er extrem klein auf mich. Sein Durchmesser ist etwas geringer als der Durchmesser eines Markers von Edding! Trotzdem besitzt er eine eingebaute OLED-Anzeige, die die Temperatur anzeigt und zur Konfiguration verwendet werden kann. Zur Steuerung verwendet er einen STM32 Microcontroller, was es theoretisch möglich macht, seine Steuerung selbst zu programmieren.

Der ultimative Lötkolben?

Das ist aber nicht notwendig, denn die auf dem Lötkolben befindliche Firmware kann eigentlich alles, was ich mir vorstelle und das ist im Falle eines Lötkolbens nicht sehr viel: Schnell auf die gewünschte Temperatur kommen und die Temperatur möglichst genau halten, egal wie viel Temperaturabfluss an der Lötstelle existiert. Da im Lötkolben auch ein Bewegungssensor verbaut ist, kann der Lötkolben erkennen, ob er eine bestimmte Zeit lang abgelegt wurde und falls ja, die Temperatur automatisch auf eine Standby-Temperatur herunter regeln. Sobald der Lötkolben wieder bewegt wird, heizt er die Lötspitze wieder auf die eingestellte Temperatur auf. Alle Werte lassen sich direkt über 2 Tasten am Lötkolben konfigurieren.

Leider bedeutet die USB-C Buchse nicht, dass der TS80 mit einer üblichen Powerbank betrieben werden kann. Verbindet man den TS80 über das mitgelieferte USB-Kabel mit einer Powerbank, so leuchtet zwar das Display auf, aber sobald man den Heizvorgang starten möchte, erscheint auf dem Display die Meldung ‘Low-Vot’. Die Spannung ist zu niedrig. Auch der TS80 benötigt mindestens 9 Volt zum Betrieb und die kommen aus einer üblichen Powerbank nicht heraus.