Das beste Motorrad für Anfänger und Reisende

Eine meine Töchter hat mit 16 den Führerschein für 125er gemacht und steht jetzt kurz davor den A2 zu machen. Momentan fährt sie eine ältere Yamaha XT125. Es entstand die Frage nach dem passenden Motorrad, wenn sie demnächst 18 ist. An den heutigen Motorrädern findet sie die fehlenden Gepäckträger schlecht, aber trotzdem die Yamaha MT-07 hübsch. Generell steht sie eher so auf Supermoto, aber ihr gefallen die KTM Dukes dann doch nicht. Die Honda CRF250 Rally gefällt ihr auch. Aber allzu viel Geld will sie nicht ausgeben. Wahrscheinlich muss man ihr eine passende Maschine backen.

Das Thema aber machte mir Spaß und ich begann darüber nachzudenken, was denn ein gutes und nicht so teures Motorrad für einen Fahranfänger aber auch für Reisende sein könnte? Eine Maschine, nicht so schwer, aber doch einigermaßen potent, soziustauglich, mit soliden Gepäckmöglichkeiten, mit denen man auch einmal eine größere Tour realisieren kann, langlebig und anspruchslos (wir schrauben nicht so gern). Eine bequeme, komfortable Sitzposition, mit der man lange fahren kann. Einen Elektrostarter natürlich und leicht zu fahren.

Da viel mir ein, dass ich einmal so ein Motorrad hatte! Es war eine Honda Transalp. Ich bin damit um die 100000 km gefahren und habe sie anschließend gegen eine Honda Varadero eingetauscht. Einziger Nachteil war bei Bergab-Fahrten in den Bergen und mit 2 Personen, die zu schwach dimensionierte Bremsanlage. Sie hatte nur eine Scheibe vorne und hinten noch eine Trommelbremse. Das wurde aber bei späteren Revisionen verbessert. Es gibt viele Revisionen von ihr und leider wurde sie mit jeder davon etwas schwerer. Die Transalp ist kein Leichtgewicht, nimmt man als Gegner aber zum Beispiel einen ihrer modernen Nachfolger, die CB500X, so liegen die Gewichte nahe beieinander. Generell gelten meine persönlichen Erfahrungen auch nur für die älteren, noch in Japan gebauten Maschinen. Ob die nachfolgenden Modelle noch genauso gut sind, kann ich nicht beurteilen.

Wer früher fernreisen wollte, wählte nahezu immer einen luftgekühlten Einzylinder wie zum Beispiel die Yamaha XT500 als fahrbaren Untersatz. Denn die waren im Falle eines Falles durch ihren einfachen mechanischen Aufbau am einfachsten unterwegs zu reparieren. Durch die erstmals bei einer Enduro eingesetzte Wasserkühlung galt die Transalp bei ihrem Erscheinen als eher ungeeignet für Fernreisen, da durch die Wasserkühlung Arbeiten am Motor aufwendiger wurden. Aber was, wenn das Motorrad, gerade durch die Wasserkühlung, erst gar nicht kaputt geht? Mittlerweile hat bei vielen Fernreisenden die Transalp die Einzylinder abgelöst. Das die Transalp das Reise-Gen in ihrem Blut hat, kann man auch an der Berühmtheit ihrer Schwester, der Africa Twin, erkennen. Aus meiner Sicht unverdient, da sie viel schwerer als die Transalp ist.

Die Transalp ist extrem zuverlässig, darum hat sie Tobias auch dazu auserkoren, mit ihr durch Afrika zu fahren. Und wenn Tobias damit in Afrika zurecht kommt, taugt sie für erste Motorradreiseerfahrungen in Europa sowieso. Gerade weil sie so zuverlässig ist und ohne Probleme hohe Laufleistungen ab kann, behaupte ich, dass jede Transalp mit einer Laufleistung bis zu 50000 km keinen kritischen Gedanken bzgl. des Motors wert ist. Die läuft noch einmal 50000 km. Und die fahrt erst einmal! Seht sie Euch an. Sieht sie noch gut aus? Funktioniert alles? Dann kauft sie einfach! Beachtet aber, dass sie für den A2 auf 48 PS gedrosselt sein muss. Man/Frau kann brauchbare Maschinen für um die 2000 Euro bekommen! Oft ist ein Kofferträger montiert und es werden Koffer mitgeliefert. Kauft man eine neue KTM 1290 Super Adventure, bezahlt man alleine für ein mit geordertes Kofferset schon die Hälfte des Kaufpreises einer alten Transalp.

Holt Euch eine, bevor es sie nicht mehr gibt. Günstiger kommt ihr nie mehr an ein so tolles Motorrad!

 

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