Jonkuu 30000 mAh Solar Powerbank mit Flügeln

Bisher habe ich noch nie eine Powerbank mit eingebautem Solarpanel gekauft. Denn die üblichen, günstig angebotenen Powerbanks mit Solarpanel, besitzen lediglich ein Panel in der Gehäusegröße der Powerbank und das ist üblicherweise zu wenig, um die Powerbank in einer sinnvollen Zeit zu laden. Es gibt aber auch Powerbanks mit mehreren ausfaltbaren Solarpanels, die die Powerbank dann vermutlich wesentlich schneller laden. Davon habe ich aber noch keine ausprobiert. Außerdem besitzt die Mehrzahl der Powerbanks keine numerische Kapazitätsanzeige, was ich auch nicht mag. Denn dann gibt es keine Möglichkeit in kurzer Zeit festzustellen, wie stark die Powerbank geladen wird. Andererseits faszinieren mich Powerbanks und Solartechnologie, darum sehe ich ab und zu im Internet nach, was es dazu Neues gibt. Letztes Mal bin ich fündig geworden und habe mir bei Amazon diese Powerbank für 32.99 Euro gekauft:

Warum gerade diese Powerbank?

  • Sie soll eine relativ hohe Kapazität von 30000 mAh besitzen.

  • Sie hat eine numerische Kapazitätsanzeige.

  • Sie hat 3 Solarpanels die sich automatisch per Knopfdruck durch einen mechanischen Drehmechanismus entfalten.

  • Sie soll eine QC 3.0-Schnellladung und 18-W-USB-C besitzen.

  • Sie war zu meinem Kaufzeitpunkt mit 32.99 Euro nicht übermäßig teuer.

    

Besprechung

Kapazität

Die größte Enttäuschung ist die beworbene Kapazität! Ich habe die Powerbank einmal komplett auf- und wieder entladen und dabei ein Kapazitätsmessgerät mitlaufen. Von den 30000 mAh sind dabei lediglich 14140 mAh übrig geblieben! Selbst wenn ich davon ausgehe, dass sich die 30000 mAh auf eine Spannung von 3.7 Volt beziehen, bei der Entnahme aus den USB-Ports aber 5 Volt anliegen und die Spannungsumwandlung auch noch Verluste mit sich bringt, so ist das eindeutig zu wenig und entspricht nicht dem Angebotstext.

Beispielrechnung: 30000 mAh * 3.7 V / 5 V * 0.8 = 17760 mAh (Bei einer angenommenen Energieeffizienz von 80%)

Kapazitätsanzeige

In der sehr schlecht übersetzten und nur minimalen Anleitung steht, dass die Powerbank einmal komplett auf- und wieder entladen werden soll, damit sich die Kapazitätsanzeige eichen kann. Das finde ich sehr gut, denn es deutet darauf hin, dass sich die Entwickler dazu Gedanken gemacht haben, wie sie eine möglichst genaue Kapazitätsanzeige hinbekommen! Später kann ich beim Laden der Powerbank über die Solarpanels tatsächlich den Fortschritt beobachten!

Solarpanels

Seit dem Kauf hatte ich noch nicht genügend Sonnentage um die Powerbank diesbezüglich umfangreich zu testen. Aber im Verlauf von 3 schönen Herbsttagen, an denen ich die Powerbank zeitweise auf dem Balkon in der Sonne liegen hatte, konnte ich folgende Messungen machen:

1. Tag: 34 – 40 % =  6%

2. Tag: 40 – 58 % = 18%

3. Tag: 58 – 78 % = 20%

Es ist also mit dieser Powerbank möglich, sie an einem Herbsttag bis zu 20% zu befüllen! Das sind immerhin 2800 mAh! An Sommertagen ist noch mehr zu erwarten. Bei sparsamen Gebrauch eines Smartphones reicht das möglicherweise für einen Tag und ich habe dann bei voll geladener Powerbank noch 4 Regentage übrig! 🙂

In der Anleitung steht, wie schon bemerkt, nicht viel drin und darum muss ich mir manches zusammen reimen. So scheint eine rechte blinkende 7-Segment Stelle der Kapazitätsanzeige zu bedeuten, dass die Powerbank geladen wird. Und zwar egal ob durch den micro-USB Port oder die eingebauten Solarzellen. Und eine kleine grüne LED bedeutet, dass die Powerbank durch die Solarpanels geladen wird.

Darum scheint es so, als ob die Powerbank auch schon bei sehr wenig Licht, wie einem bedecktem Himmel, geladen wird. Vermutlich ist der Ladestrom dann sehr gering und es wird sehr lange (viele, viele Tage) dauern, bis sie so voll wird. Aber immerhin.

Die Powerbank muss zum Laden nicht extra eingeschaltet werden! Es genügt sie einfach irgendwo hinzulegen und sobald etwas Licht auf sie fällt, fängt sie an sich aufzuladen.

Die Panels sind im Gegensatz zu allen bisher von mir gesehenen Solar Powerbanks mit Scharnieren an der Powerbank befestigt und nicht einfach in Stoff eingenäht. Wenn dabei die Verdrahtung der Panels im Inneren gut gemacht wurde, spricht das für eine lange Haltbarkeit des elektronischen Kontakts und der Scharniere. Die Zeit wird es zeigen.

QC 3.0 und 18 Watt

Ich hatte die Hoffnung, dass der im Anzeigetext beworbene QC 3.0 Anschluss und die damit möglichen 18 Watt mir den Betrieb meines USB Lötkolbens ermöglichen würden. Das ist leider an den beiden USB 2.0 Buchsen nicht der Fall! Ob sie an der USB 3.0 Buchse vorhanden sind, konnte ich bisher mangels geeignetem Kabel nicht testen. Interessanterweise steht von den 18 Watt auch nichts in der Anleitung.

Preis

Die Powerbank ist mittlerweile von 32.99 auf 34.99 Euro im Preis gestiegen.

Sonstiges

Verarbeitung

Insgesamt scheint die Powerbank auch einigermaßen gut verarbeitet zu sein. Kleine Probleme sind die sich an manchen Seiten vom Gehäuse lösenden Solarpanels und das sich eines der Panels beim Aufklappen nicht immer komplett öffnet.

Taschenlampe

Obwohl ich Taschenlampen an Powerbanks nicht mag, ist diese hier brauchbar, da die Lampe ein diffuses Licht besitzt und das Licht nicht direkt durch die LED oder einen Reflektor abstrahlt. Das macht sie als langlebige Campinglampe durchaus interessant.

Abschaltverhalten

Viele Powerbanks schalten sich ab, wenn der entnommene Strom nicht über einem bestimmtem Mindestwert liegt. Diese, im Prinzip nützliche Eigenschaft, da dann die Steuerelektronik keinen Strom mehr verbraucht, kann manchmal auch nervig sein. Denn dann, wenn ich mit der Powerbank gerne einen Verbraucher betreiben möchte, der sehr wenig Strom verbraucht. Dies scheint bei dieser Powerbank aber gut gelöst zu sein, denn ich konnte damit Verbraucher mit 40 und 70 mAh Strombedarf betreiben. Zum Testen verwendete ich dazu die bekannten ESP32 Mikrocontroller. Allerdings klappt das nicht, wenn der ESP32 in den ‚Deep sleep‘ geht. Dabei ist der Stromverbrauch offensichtlich so niedrig, dass sich die Powerbank nicht mehr einschaltet.

Selbstverständlich lässt sich mit der Powerbank auch ein Raspberry Pi länger betreiben.

Laden bei gleichzeitiger Entladung

Auch nicht selbstverständlich ist der Betrieb einer Powerbank bei gleichzeitiger Stromentnahme und Stromzuführung. Also zum Beispiel wenn die Powerbank durch die Solarzellen geladen und gleichzeitig ein Smartphone aufgeladen wird. Es funktioniert aber mit dieser Powerbank.

Kabellose Ladung

Das induktive Laden funktioniert gut, wie ich mit Hilfe eines Samsung S10e feststellen konnte.

Fazit

Größte Enttäuschung ist die große Abweichung zur beworbenen Kapazität! Das macht es schwerer, das hohe Gewicht und die Größe dieser Powerbank hinzunehmen. Ansonsten ist sie für den von mir bezahlten Preis recht interessant und ich werde ausprobieren, zu was ich sie in der Zukunft alles verwenden kann.

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