Nüchtern betrachtet bestätigt der Test genau das, was die Spezifikation nur verklausuliert: Wer bei Arrow Lake einen Kanal kappt und zugleich vom schnellen CU-6400 auf normales DDR5-5600 wechselt, halbiert effektiv die verfügbare Bandbreite und bekommt in der Praxis spürbare Kratzer. -10% in Multi-Core-Apps und -15 bis -17% im CPU-Limit von Spielen sind kein Schönwetter-Rauschen, sondern Physik mit Ansage. Die Ausreißer (Spider-Man 2 mit ~-30%) sind typische Streaming-/Asset-Hotspots, die Bandbreite und Latenz gnadenlos offenlegen. Geekbench MC und 7-Zip verraten das Gleiche aus der anderen Richtung: parallele, speicherlastige Workloads lieben Kanäle, Ränge und Interleaving.
Einordnung:
– DDR5 im Single-Channel nimmt nicht nur Rohbandbreite weg; oft fällt auch Rank-Interleaving (1×16 GB = meist Single Rank) unter den Tisch. Weniger Parallelität, mehr Stalls. Caches retten, was sie können; Single-Core bleibt daher unbeeindruckt.
– Offiziell „DDR5-5600“ ist der Worst Case. Real laufen 6000–6400 UDIMM auf vielen Boards stabil, aber ohne Support-Segen. CUDIMM ist technisch nett, praktisch Nische mit Nischenpreisen.
Pragmatische Empfehlungen:
– Neuaufbau mit Upgrade-Perspektive: AM5. LGA1851 ist de facto EOL, nur mit hübscher Beleuchtung.
– Bleibst du auf 1851: nimm 2×16 GB (oder 2×24/2×32 GB) DDR5-6000/6400 UDIMM, QVL prüfen. XMP ja, Zauberei nein.
– Ein Riegel nur als Übergang/Office. Wenn es sein muss: lieber 1×32 GB (Dual Rank) statt 1×16 GB, mildert die Einbußen.
– Hohe Bildraten/CPU-Limit: Dual-Channel ist Pflicht. Im GPU-Limit ist der Schaden kleiner, aber nicht null.
– CUDIMM nur, wenn Board-Layout und Support-Versprechen es wirklich rechtfertigen. Sonst ist der Aufpreis gut investierter Frust.
Kurz: Kanäle sind keine Dekoration. Wer sie halbiert, spart nicht – er zahlt später in Frames. Bandbreite ist schlecht verhandelbar.

