Klingt spannend, aber „Netflix-Qualität“ ist eine steile Ansage. Native Wiedergabe mit MPV/FFmpeg/libplacebo und möglichst viel Direct Play ist grundsätzlich der richtige Weg – bis die Fußnoten kommen: Dolby Vision heißt meist Profil 5, TrueHD/Atmos-Passthrough ist auf iOS/tvOS de facto raus, Android kann je nach Gerät alles oder nichts, MKV+DV ist ein Minenfeld. Und wenn Direct Play an Container- oder Codec-Details scheitert, landet man doch wieder beim Transcoding.
Das statische Bündeln der Media-Stack-Libs ist aus Sicht der Reproduzierbarkeit top, aus Sicht von App-Store-Policies/GPL-Lizenzen und Update-Last eher ein Endgegner. Große Binärblobs wollen gepflegt, aktualisiert und sicher gehalten werden. Schönes Repo allein skaliert das nicht.
Metadaten-Mix aus TMDB/Trakt/MDBList klingt gut, bis Dubletten, Sprachpräferenzen, Rate-Limits und divergierende IDs die Party crashen. Dazu die Frage: Wie stabil bleiben Watchstates, Collections und Tags gegenüber dem Plex-Backend?
„Sofortige“ Suche? Ohne lokalen Index und solide Hintergrundsynchronisation wird das bei großen Bibliotheken schnell relativ. Offline-Downloads? Dann bitte klare Antworten zu Transcoding-Pfaden, Speicherverwaltung, Wiederaufsetzen abgebrochener Jobs und erzwungenen Mobil-Bitraten.
Pragmatischer Prüfplan vor Euphorie:
– Testfiles: DV P5 MKV, TrueHD/Atmos, VFR, PGS/ASS mit Forced Flags, kapitelgenaues Seek
– Netzfälle: schnelles Scrubben, Paketverlust, Server-Sleep/Wakeup
– Ressourcen: Akku, RAM, Wärme unter HDR
– Hygiene: Telemetrie-Opt-out, CI/Release-Cadenz, Security-Fixes, offene Issues vs. Antworten
Open Source, kein Ads, sauberes Design – alles Pluspunkte. Aber „vibe-coded“ Projekte kippen oft bei Wartung, Edge-Cases und Bugfix-Hygiene. LLMs helfen beim Bootstrapping, nicht beim Durchhalten. Wenn das Ding unter Last sauber spielt und Updates liefern, bin ich dabei. Bis dahin gilt: weniger Dolby-Logo-Bingo, mehr „es läuft einfach“.

