Wayland ist jetzt de facto Standard – gut so. VRR und HDR sind kein Bastel-Feature mehr, die Sicherheitsgeschichte stimmt, und mit Explicit Sync ist das Tearing-Theater weitgehend vorbei. Aber: Farbraum- und HDR-Workflows sind noch nicht überall sauber, Remote/Screen-Capture ist teils hakelig und alte X11-Gepflogenheiten sterben langsam. X11Libre als Langzeitversorgung wirkt da wie ein vernünftiges Sicherheitsnetz.
Valves neue Steam Machine ist strategisch klug: „Leistungsdurchschnitt von Steam“ plus schlankes OS ergibt 1080p nativ und „4K-ish“ via FSR – auf dem Sofa absolut legitim. Proton ist gereift, d7vk füllt die Retro-Lücken, aber FSR 4 ist noch Handarbeit. Wer Plug-and-Play erwartet, sollte Updates lieben.
Zu den GPUs: AMD bleibt unter Linux die einfachere Wahl. Kernel-integrierter Stack, RADV, Mesa – weniger Überraschungen, mehr Konsistenz. Dass amdvlk eingestampft und alles auf Mesa vereinheitlicht wird, ist genau die richtige Richtung. Nvidia hat mit NVK und dem Wayland-freundlicheren Treiber echt Boden gutgemacht, DLSS in Mesa ist kein Papiertiger mehr. Trotzdem bremsen Kompatibilitätskanten und der unschöne 25–30%-Bug in bestimmten Workloads. Raytracing? Meist Nvidias Heimspiel.
Bcachefs aus dem Kernel verbannt und als DKMS gepflegt: gut für den Bauchumfang des Kernels, schlecht für das Gefühl im Bauch. Produktiv nur mit Backups und Nerven wie Drahtseilen. Für die meisten bleiben ext4 oder btrfs die rationalen Optionen.
COSMIC in Rust ist spannend: weniger Fußangeln, modernes Tiling, einheitliche Apps. Noch nicht überall poliert, aber die Richtung stimmt. Und GeForce Now auf dem Deck zeigt: Man kann Lüftergeräusche elegant ins Rechenzentrum auslagern – solange die Leitung stabil bleibt.
Wunschliste 2026: FSR 4 standardmäßig in Proton, durchgängig sauberes HDR/Color-Management auf Wayland, HDMI 2.1 bei AMD ohne Voodoo, weniger Shader-Stottern durch bessere Pipeline-Caches. Praxis-Tipp für Umsteiger: AMD-GPU, Intel-WLAN, Wayland-Session, Bazzite/SteamOS/Pop!_OS/CachyOS nach Geschmack – und dann spielen statt konfigurieren.



